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Patientenwahlrecht

Das Recht auf freie Apothekenwahl

Bis 2009 konnten Patienten zusammen mit ihren Ärzten aufgrund von Qualitäts- und Zuverlässigkeitsaspekten selbst wählen, welche Apotheke sie mit den verschriebenen Infusionen versorgt. Seit der 15. AMG Novelle besteht nun die Möglichkeit, dass Krankenkassen die Versorgung ihrer Versicherten mit patientenindividuellen Infusionen über Ausschreibungen und Selektivverträge regeln. Die Krankenkasse schreibt dann dem Arzt eine Apotheke vor, die für diesen Versicherten die patientenindividuelle Infusion herstellt. Dies kollidiert jedoch nach Auffassung des BRH mit dem Recht der Versicherten auf freie Apothekenwahl.


Der BRH befürchtet zudem, dass Einsparungen, die Krankenkassen durch Ausschreibungen zum Beispiel im Bereich der ambulanten Zytostatika-Versorgung erzielen können, zu Lasten der Versorgungsqualität gehen. Grund dafür sind die fehlenden bundeseinheitlichen Qualitäts- und Sicherheitsstandards zur Herstellung von Zytostatika. Die negativen Folgen von Preisdruck und Exklusivverträgen auf die Patientenversorgungen sind aus dem Hilfsmittelbereich bereits bekannt. Massive Patientenproteste haben hier deutlich aufgezeigt, dass Ausschreibungen zu nicht akzeptablen Versorgungs- und Qualitätsdefiziten geführt haben.


Selektivverträge dürfen nicht dazu führen, dass dem Arzt von der Krankenkasse die liefernde Apotheke vorgeschrieben und das Patientenwahlrecht eingeschränkt wird. Deshalb setzen wir uns für eine gesetzliche Nachbesserung ein, die sicherstellt, dass Patienten ihre Infusionen auch in Zukunft in der Apotheke ihres Vertrauens bekommen können.